Praxis Outdoorfunken

Hier werde ich nach und nach praktische und erprobte Hilfen vorstellen, die mir das Funken in der freien Natur erleichtern

 
-  Low Cost Antennenschleuder

-  Abspannhilfe für Portabelmasten 

-  QRP-SWR-Abstimmhilfe

-  QRP-Funktisch für den Outdoor Mobilisten

-  Leistungsfähige Rucksack- Amateurfunkanlage für das  10-Meter-Band

- NEU! ABH's No tree far and wide-antenna 

 - Eine 30 Minuten-Morsetaste

- The All-on-one clipboard QRP Station

Projekt: Low Cost Antennenschleuder

QRP- und Outdoorfunker kennen das Problem: Wie kriegt man den Draht hoch in den Baum?
Die Bilder zeigen meine einfache Lösung: Ein einfacher "Umbau" einer Zwille. Das ganze kostet um die 20 €. Die geschlossene Angelspule ist mit gelber Angelschnur bewickelt, das Schleuderteil ist ist eine gelbe Bleikugel 20 oder 30 Gramm (alles aus "Anglerbedarf, z.B Ebay) Natürlich ist das Schießen nicht ungefährlich. Eine Schutzbrille sollte immer getragen werden und selbstverständlich ist darauf zu achten, dass weder Menschen noch Tiere durch den Gebrauch dieser Vorrichtung gefährdet werden!!  (auch wenn  Zwillen ohne Armstütze!!
oder Armstützenvorrichtung!! nicht unter das Waffenrecht fallen, jedoch nur diese!)
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Beschreibung hier nur als Information dient und nicht als "Nachbauanleitung" zu verstehen ist. Ich weise ausdrücklich jegliche Verantwortung oder Haftung bei Missbrauch der Antennenschleuder und bei eventuell entstehenden Personen- und Sachschäden von mir.

Alle in der folgenden Beschreibung angegebenen Maße der verwendeten Materialien beziehen sich auf den DX-Wire Mini-Teleskopmast. Bei Verwendung eines anderen Portabelteleskopmastes sind diese zu überprüfen und gegebenenfalls abzuändern.


Abspannhilfe für Portabelmasten


Beim Errichten des Teleskopmastes ist der Outdoorfunker oft auf sich allein gestellt. Es fehlt sprichwörtlich die "dritte Hand", wenn natürliche Mastunterstützungen , wie Baumstümpfe oder Bäumchen, Sträucher, Zäune oder wenigsten ein paar Gesteinsbrocken fehlen, um den Mast während des Aufbaus kurzzeitig ausreichend Unterstützung zu geben und ihn vorm Umfallen zu bewahren: Spätestens beim Auslegen der Abspannleinen und Einschlagen der Heringe kippt der Mast zur Seite.
Hier erweist sich die von mir erdachte, einfach herzustellende Masthalterung als sehr hilfreich! Mit ein paar Schlägen mit dem Gummihammer wird dieser "Dreifachanker" in den Boden versenkt und gibt dem untersten Rohr des noch nicht ausgezogenen, möglichst senkrecht gestellten Teleskops  ausreichend Halt für das anschließende Ausziehen auf volle Länge. Doch zuvor sollte man nicht vergessen, den Abspannring mit den drei Abspannleinen über das innerste, schmalste Teleskoprohr zu stülpen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, das obere, letzte Element eines Teleskopmastes mit einem Rundstück, z. B. einem kreisrunden Kunststoff- oder Gummistück zu versehen (aufstecken, evtl. kleben), damit es auch in stehender Lage greifbar ein Stückchen aus den zusammengeschobenen Teleskopteilen herausragt und man so bequem ein Element nach dem anderen rausziehen kann. Zudem rate ich auch, ganz generell das erste oder sogar beide oberen dünnen Teleskopröhrchen zu entfernen, da sie kaum tragfähig sind, aber dieses hängt selbstverständlich von Einsatzzweck des Portabelmastes ab.
Mein "Mast Guying Kit" besteht aus 2 Teilen, dem Dreifach-Bodenanker und dem Abspannring mit Schnüren. Die Materialien sind einfach zu beschaffen und preiswert.
Das erste Bild gibt eine Übersicht über die Materialien und Werkzeuge für den Bodenanker (1). Das zweite Bild zeigt den Abspannring mit 3 Abspannseilen und zugehörigen Seilspannern (2). Die Herstellungszeit beträgt eine halbe bis ganze Stunde.


1. Zu  den Bildern des Bodenankers

Die drei Kunststoffheringe werden mit je einer weiteren Bohrung (ca. 2-3 mm Durchmesser) im Abstand von 5 cm zur bereits Vorhandenen versehen, die wir ebenso aufbohren. Dann benötigen wir zwei Stück verzinkten Eisendrahtes von je 30 cm Länge, ca. 1-2 mm stark,  auf die wir die drei Heringe gleichmäßig  (120 Grad) kreisrund "auffädeln". Dazwischen kommen zum Schutz des Teleskoprohres jeweils 3 Stücke ca. 5 mm starken  Kunstoffschlauches  aus dem Baumarkt/ Aquarienbedarf (a' 5 cm bzw. a' 6 cm Länge): Dazu werden die Heringe um das Standrohr des Telemastes platziert, die Drähte behutsam gespannt, dann sorgfältig  mit einer Zange verzwirbelt und abgelängt. Der Dreifach-Bodenanker sollte sich nun mit einigem Spiel ohne Schwierigkeit auf und ab bewegen lassen, ohne das Teleskoprohr zu beschädigen.

2. Zu den Bildern des Abspannringes mit Seilen


Als Abspannring verwende ich ein Teil aus dem Sanitärhandel, einen "Stabilisator für Armaturen auf Edelstahlspülen" oder auch "Kunststoff- Spülenverstärkung". Es kostet rund 3,50€. Dazu kommt ein vierfach Abspannseil-Set mit Kunststoffspannern mit ca. 4 m Länge pro Seil (Ebay, 6,50€).
 Die Bohrung des Stabilisatorringes passt exakt auf das vierte Rohr des Mastes und liegt somit auf dem dritten Mastteil auf, was eine gute Abspannhöhe ergibt. 
 Drei der Seile werden durch die 3 zuvor angebrachten Bohrungen auf der Stabilisatorplatte/ Abspannring gefädelt und verknotet.- Fertig!

Da steht er nun! 

QRP-SWR Abstimmhilfe

Qrp-Betrieb im "Outback" kann das Leben deiner Endstufe gefährden. Ständig wechselnde Gegebenheiten im Gelände erfordern entsprechende Anpassungen der Funkanlage, was besonders die Antennen betrifft: Sind Bäume oder andere Befestigungspunkte da für einen Dipol, muss ein Mast für eine "UP and Outer" hochgezogen werden, oder setze ich eine "Stand alone"- Antenne wie meine MP1 portabel ein. Immer kommt vor dem Qso der Antennenabgleich. Und der kann bei erheblicher  Fehlanpassung ganz schön schnell zum Abbrennen der Endstufentransistoren führen.
Abhilfe schafft der Einsatz eines kleinen, schnell aufzubauenden SWR- Indikators.  

Die Schaltung dazu beruht auf dem Prinzip der Widerstandsmessbrücke (s. Zeichnung) und bietet einen sehr guten Schutz der Endstufe vor den Folgen einer Fehlanpassung, da schlimmstenfalls -auch bei Kurzschluss am Antenneneingang oder Fehlen einer Antenne- das Stehwellenverhältnis 1:1,5 bis 1:2 betragen kann. 

Er besteht aus einer Hand voll Bauteilen , die sich auf einer kleinen Platine oder aber auch einfach im "ugly style" miteinander verbinden lassen. Ich habe die Teile in einem "fliegenden Aufbau" um den Schalter als zentrales Bauelement herum aufgebaut und in einer kleinen Verdrahtungsbox aus dem Elektrikbedarf untergebracht. Diese Kunststoffbox eignet sich auch für den Einbau anderer kleinerer Schaltungen, sie ist (nahezu) wasserdicht, leicht zu bearbeiten und für 99 Cent  im Baumarkt "spottbillig" zu haben.
Da es sich beim QRP um Leistungen um 5 Watt handelt, wird als Indikator eine LED verwendet, die über einen Amidon FT-37-43 mit 20 + 5 Windungen die Spannungsverhältnisse zwischen den beiden Messzweigen der Brücke durch Aufleuchten indiziert: am Grad des Aufleuchtens lässt sich der Grad der Antennenanpassung recht gut abschätzen. 

 Mit dem zweipoligem Umschalter wird die SWR- Indikatorbrücke für den Sendebetrieb überbrückt. Vergisst man das Umschalten wird die Sendeleistung zum größten Teil in den Widerständen "verbraten", dies jedoch ohne den TX oder die Messbrücke zu beschädigen. Diese Schaltung ist in der QRP- Literatur gut beschrieben und in Selbstbaukreisen ziemlich verbreitet; sie findet u. a. in vorliegender oder abgewandelter Form in QRP-Tunern wie z.B. in Z-matches ihre Verwendung.

Hinter jedem Unternehmen steht eine Geschichte. Unsere war bisher alles andere als gewöhnlich. Wir sind mehr als einmal gestolpert und hingefallen, besonders in der Anfangszeit. Was uns als Team zusammengeschweißt und immer wieder dazu gebracht hat, aufzustehen, war der Wunsch, unsere Fähigkeiten zu perfektionieren und uns als Experten auf unserem Gebiet einen Namen zu machen. Selbst als gewachsenes und solides Unternehmen bilden wir uns immer noch weiter und lernen mit jeder neuen Herausforderung etwas Neues dazu. Und was es nicht alles noch zu lernen gibt!

Literaturhinweis/ verwendete Quellen:
K.-O. Oberst: SWV-LED-Indikator als Abstimmhilfe für HFP-1 & Co., QRP-Report 1/2015
QRPproject(Berlin): Baumappe "Das Z-M2 Antennenanpassgerät"

QRP-Funktisch

Hier im Deister, einem Höhenzug rund 30 km südwestlich von Hannover, lässt es sich vortrefflich wandern, spazieren gehen und Rad fahren. Reich bewaldet und durch Wanderwege gut erschlossen, bietet dieser nördlichste Zipfel des Niedersächsischen Berglandes dem Waldbesucher eine Fülle von interessanten und geschichtsträchtigen Ausflugszielen und Naturphänomenen. Für den Funkamateur dürfte aber besonders die Tatsache von Bedeutung sein, dass es es sich von "hier oben" gut funken lässt:
 Immerhin erhebt sich der Deister bis auf über 400m über das sich nördlich und östlich anschließende Calenberger Land, einem Teil der sich bis zur Nord- und Ostsee ausbreitenden Norddeutschen Tiefebene, in der als einziger "Berg" nur noch der gerade einmal 169 m hohe Wilseder Berg in der Lüneburger Heide zu finden ist. An klaren Tagen hat man freie Sicht bis zum Horizont und der Funker findet hier den optimalen Standort, um mit seinem QRP-Signal kräftig in die Tiefebene einzufallen. Rastbänke zum bequemen Sitzen findet man einige,  doch fehlt meist der Tisch zum  Platzieren der Funkanlage. Alles auf die Bank gestellt, empfand ich immer als sehr unpraktisch. Und so kam mir die Idee, mit einfachen Mitteln ein mobiles Tischgebilde für den Wander-QRP-Einsatz - klein, leicht, zerlegbar- zu basteln. Statt der Standfüße nur einen Erdspieß, ein kurzes, auf die gewünschte Länge ausziehbares Teleskopstück mit kleiner anschraubbarer (Tisch-) Platte.
Nun war ich zunächst als "Erfinder" ziemlich stolz, doch bei der Suche nach Material musste ich feststellen: So etwas gibt's schon! Ein Tracking-Ausstatter hat so ein Erdspießtischchen in seinem Angebot. Nicht allzu teuer, aber wohl auch nicht so gut. Aber eben leicht, zerleg- und transportierbar für den Wanderer. 
Ich nahm mal wieder das, was so in meinem Fundus herumlag:  eine Foto-Teleskopstange, eigentlich zu lang (max. Länge um 1m wäre voll ausreichend) und ein Plastikklemmbrett.  Am wichtigsten scheint mit das möglichst kurze Packmaß des Teleskops (50 cm oder kürzer) zu sein. Aber Selfie-Stangen sind vermutlich zu wackelig. Das Klemmbrett als Tischplatte ist ausreichend groß und stabil, um ein (leichtes) QRP-Gerät, die Taste, evtl. auch einen Tuner und Schreibblock zu tragen, der Akku und Sonstiges kommen auf die Bank. Am Teleskop unten muss ein Erdnagel angebracht werden. Da muss man sehen, was und wie es geht. (Ich habe einen abgesägten und angespitzten Alu-Zelthering in die Plastikendmuffe unten am Teleskop eingeschlagen. So, nun die entsprechenden Bilder:

 

Leistungsfähige Rucksack-Amateurfunkanlage für das 10-Meter-Band 

Text und Fotos: W. Palme, DL8ABH 


Nachfolgend wird der Aufbau einer kompakten, netzautarken Portabelstation unter Verwendung leicht beschaffbarer Komponenten beschrieben. Sie ist unterwegs sofort einsatzbereit und für DX und Nahbereichskommunikation gleichermaßen geeignet. 

Die Aussicht auf zukünftig häufigere Bandöffnungen im Frequenzspektrum zwischen 28 und 30 MHz im aktuellen Sonnenzyklus 25, sowie meine Überzeugung, dass Amateurfunktechnik im Not- oder Katastrophenfall als (zeitweiser) Ersatz für ausgefallene Kommunikationswege dienen kann, führte zum Entschluss, eine kompakte, spontan einsetzbare und netzunabhängige (Not-)Funkanlage aufzubauen.
 Als Basisgerät kann jeder beliebige (vorhandene) 10-Meter- Amateurfunk-Mobiltransceiver mit AM, FM, SSB und (möglichst auch) CW dienen, in meinem Fall eine President Lincoln II+, die bislang im Shack wenig benutzt auf dem Stationstisch herumstand. Die Beschränkung auf das 10m Amateurfunkband ist bewußt und bietet sich, wie zu zeigen ist, auf Grund seiner Charakteristika für die geplante Anlage in mehrfacher Hinsicht besonders an: 

  • In der Phase erhöhter Sonnenfleckenaktivität sind häufige Bandöffnungen, teils rund um die Uhr, zu erwarten und ermöglichen weltweite Funkkontakte mit minimalem Antennenaufwand und geringer Leistung. Parallel dazu lässt sich die Bodenwelle durchgängig für den Nahbereichsfunk nutzen. Ähnlich dem CB-Funk sind Entfernungen von 20-30 Kilometer überbrückbar. Die Reichweite lässt sich durch einige Massnahmen vergrößern: Senden von größerer Höhe (Hügel, Berge) aus, Einsatz größerer (effektiverer) Antennen und Erhöhen der Sendeleistung. 
  • In Zeiten geringer Sonnenfleckenaktivität kommt es nur selten zu Bandöffnungen durch Sporadic E (ES) oder Aurora, das Band erscheint „tot“,  jedoch ist Funkverkehr über die Bodenwelle ganzjährig möglich.
  • Die Signale im Winter sind stärker als im Sommer, jedoch schließt das Band dann früher. (nach: WIKIPEDIA DEUTSCHLAND-10-Meter-Band- Ausbreitungsbedingungen)
  • Der Charakter des Bandes bietet günstige Voraussetzungen für den Einsatzzweck der Anlage als:
  • DX-Portabelstation 
  •  „Funktelefon“ für den Nahbereich (OV-Telefon, „Feldtelefon“) für Einsätze ähnlich denen mit 2m/70cm Handfunkgeräten. Allerdings haben wir nicht nur FM „im Gepäck“, sondern auch noch die Betriebsarten AM, SSB und CW! Und die Möglichkeit, die Reichweite durch QRO (bis 30Watt) zu vergrößern.
  • und somit bieten sich sowohl Gerät wie Band auch hervorragend für den Einsatz als Notfall-Funkstation in kritischen Zeiten oder Katastrophen an.


Die Anlage muss den Erfordernissen ihres Verwendungszwecks als mobile/portable „Outdoorfunkstelle“ gewachsen sein.

 
Sie muss: 

  • 1. leicht sein und leicht und gut verpackt zu transportieren sein
  • 2. unabhängig vom Netzstrom, autark batteriebetrieben werden, um geländetauglich zu sein
  • 3. „vormontiert“ und kompakt sein, nach dem Motto “Alles drin, alles dran“, um besonders in Notsituationen alles griffbereit zu haben und sofortigen Funkbetrieb aufnehmen zu können.
  • 4. notwendige Auf- und Abbautätigkeiten auf ein Minimum beschränken
  • 5. durch entsprechende Maßnahmen vor unnötigem Verschleiß oder Zerstörung durch negative Einflüsse/Risiken beim Outdoorbetrieb (wie Schmutz, Nässe, Gewalteinwirkungen durch Schläge, Stöße, auf-den Boden- fallen) geschützt sein.

Zu den Punkten 1. und 2.

  • Um das Gewicht möglichst gering zu halten, werden nur absolut notwendige Komponenten verbaut. Die Stromversorgung hat einen großen Anteil am Gesamtgewicht, ist aber erforderlich. Noch ist es ein 12V Blei-Gel Akku mit ca. 4,5Ah, der jedoch demnächst gegen einen leistungsfähigeren und leichteren Eremit LiFePo4 12V, 6Ah ausgetauscht werden soll. Verpackt wird der Akku in einem schützenden Beutel mit Fächern für kleinere Utensilien, wie Stromkabel etc.. 



  • Die Funkanlage selbst findet in einem kleineren Wanderrucksack ausreichend Platz. Der bietet noch zusätzlichen Raum für Wanderverpflegung, Schreibzeug und Werkzeuge. Zuvor wird sie in ein paar Geschirrtücher eingewickelt. Diese haben sich bestens als schützendes Verpackungsmaterial bewährt, sind wenig „auftragend“ und von optimaler Größe. Die Anlage kann auch in einem sehr dünnen, dafür sehr leichten Minirucksack aus Polyester (Kick, 1,99 €) verstaut werden. Aber dann wird es mit dem Akku eng, und der Beutel bietet nur sehr wenig Schutz. Und natürlich wird im Interesse einer guten Transportierbarkeit auf die Wahl des sperrigen und schweren „Notfallkoffers“ als Verpackungseinheit verzichtet!

Zu den Punkten 3. und 4. 

  • Um auch größere, schwere Stabantennen am Gerät befestigen zu können, die die hinten eingebaute Antennenbuchse durch Hebelkräfte beschädigen könnten, wurde ein starker Aluwinkel mit angeschraubtem PL-Einbaufuß seitlich am Gerät befestigt. Ein kurzes Koaxkabel stellt die Verbindung zwischen beiden Buchsen her. So können ganz verschiedene Antennen angeschraubt werden: Telekopantennen wie beispielsweise hier die bekannte Portabelantenne MP1, jetzt HF-P1, (bei Wimo, Difona u.a., ca. 115 €). Sie hat den Vorteil, dass man durch Verschieben des Zylinders schnell und einfach den Resonanzpunkt der Antenne einstellen kann. Aber möglich sind auch Dipole, „Up and Outer“ oder eine 10-Meter- Ganzwellenschleife, die natürlich weitaus effektiver arbeiten als die angeschraubte Teleskopantenne. Auch das Radialnetz  der MP-1 ist gut für 1o Meter zu gebrauchen. Das Mikrofon (das President O-Mike ist brauchbar, aber das KPO Mike ist besser!) und die Mini-Handtaste könnten nach Belieben beim Transport mit dem Gerät verbunden bleiben, jedoch ist ein extra Verpacken zum Schutz angebracht.


Zum Punkt 5. 

Zwei Maßnahmen sollen das Gerät vor Abnutzung, Kratzer/Schrammen und Dellen durch Schläge, Stöße und Zerkratzen und insbesondere das empfindliche Display und die hervorstehenden Bedienelemente beim unbeabsichtigten Herunterfallen schützen: Es sind die Seitenprotektoren aus Aluminiumprofil flach, hier 5 cm breit und (mindestens) 3 mm stark. Sie sind vorne und hinten 1,5 bis 2 Zentimeter länger als die Seitenlänge des Gerätes einschließlich der überstehenden Bedienelemente bzw. Stecker und Kühlkörper. Sie dienen als effektiver Aufprallschutz und ersparen einem kostspielige Reparaturkosten für demolierte oder abgeschlagene Gerätesteile. Zur Vermeidung von Verschleißspuren am Gehäuse wurden die beiden wulstigen Vollgummiringe als Gehäuse-Rundumschutz und Auflageschutz „übergestülpt“. Es gibt sie im Sanitärhandel, Rohrzubehör unter der Bezeichnung: Rollringdichtung Mengering, A Ring DN 125.

  • Vor Nässe oder Regen könnte man das Gerät schützen, indem man es in einen großen Gefrierbeutel mit Einschnitten für den Antennenfuß und die Strombuchse, vorne offen, steckt.

 
Fazit
Die beschriebene Funkanlage ist relativ leicht und bequem im Rucksack zu transportieren. Ihre Netzunabhängigkeit macht sie überall einsetzbar. Durch Reduktion auf unbedingt notwendige Komponenten wird unnötiger Ballast vermieden. Die Vorinstallation der Komponenten erspart einem das lästige Zusammensuchen und Verkabeln und spontaner Funkbetrieb ist innerhalb von 2-3 Minuten gewährleistet. Die Nutzung des 10-Meter-Amateurfunkbandes ermöglicht bei Bandöffnungen spannenden DX-Verkehr über die Raumwelle. Gleichzeitig besteht ganzjährig die Möglichkeit zur Nahbereichkommunikation durch Nutzung der Bodenwelle. Die 10-Meter-Amateurfunkanlage ist in ihrer Leistungsfähigkeit und Reichweite bei Nutzung effektiver Antennen, der möglichen höheren HF-Ausgangsleistung und der Verfügbarkeit verschiedener Betriebsmodi den UHF und VHF-Handfunkgeräten überlegen. 
Ihre erste Bewährung hat die 10-Meter-Funkanlage heute morgen beim sonntäglichen Rundspruchverkehr von H13/ Hannover bestanden: Ich konnte von einem eher ungünstgen Standort aus, im Garten hinter dem Haus, tiefgelegen und durch Häuser abgeschottet, sowohl die Meldungen der aussendenden Rundspruchstation (ca. 25 km Luftinie entfernt) brauchbar empfangen, als auch den nachfolgenden Bestätigungsverkehr mit der 20 km entfernten Station für den Bestätigungsverkehr problemlos mit Empfang RS(T) 4/6 und RS(T) 3/3 erh. abwickeln. Und dies nur mit der ca. 1,80m langen  Teleskopantenne!

CU on 10 meters es 
73 Wolfgang, DL8ABH 


Und hier die passende Leichtgewichtantenne: 
Eine "No Tune Endfed Half Wave-Antenne"- ein endgespeister Halbwellendipol, mit SWR < 1,5 im gesamten 10m Band, ultraleicht, ultraportabel, kein Tuner, kein Gegengewicht!


ABH's No tree far and wide-antenna

Wo immer ein Baum für die Antennenaufhängung im Gelände fehlt, da kommt meine geniale Tele Pocket Pole- Antenne zum Einsatz: Sie ist der gute Buddy für den Backpacker, Wanderer, Expeditionär. 


 

Der Outdoor Funker möchte unterwegs, ob hier im Lande oder irgendwo in der Welt, funktechnisch ohne Komplikationen QRV sein. Ob SOTA, COTA, IOTA, Lighthouse oder JOTA,..., jeder QRPer möchte, dass sein schwaches Sendesignal möglichst weit in die Welt hinaus gestrahlt wird. Häufig besteht das Problem, die Antenne auf geeignete Höhe zu bringen, wenn dort kein Befestigungspunkt und nicht einmal ein Baum vorhanden ist. Zwar sind hier in Deutschland fast ein Drittel der Landoberfläche bewaldet und statistisch kommen auf einen Einwohner 1000 Bäume!, aber sie stehen überwiegend in einem Wald und nicht am Ort, wo man einen braucht. Daneben gibt es hier im Lande auch viele baumarme Gebiete: alle Lagen oberhalb der Baumgrenze von ca.1800 m (Alpen), viele im Mittelalter überweidete Mittelgebirgskuppen (u.a. Rhön), Heidelandschaften (u.a. Lüneburger H.) und in Agrarlandschaften umgewandelte, trockengelegte Feuchtgebiete und Moore (u.a. Totes Moor /Eilvese), die sandigen Dünengebiete (Ostsee) und die Karst- und Schichtstufenländer (Süddeutsches Schichtstufen-und Bruchschollenland).

parts we need to build up the "No tree far and wide antenna"

Für die "No tree far and wide- antenna" benötigen wir:
- den 4 m Tele Pocket Pole
- Ein ca. 44 cm langes Alu- Rechteckprofilstück
- 2 Stücke Primolister Hohlkehlleisten 27 x 27 mm oder ähnlich
- 1 Schlauchschelle (D. ca. 50 mm)
- No Tune Endfed Half Wave Antenna 
(s. oben)
- Schaltlitze als Antennendraht
- 1 Hering (Camping)
 -  einige Meter Angelschnur (geflochten, gelb)
- Kreuzschlitzschraubendreher (immer dabei!)

picture showing the earth spike an how to make it

Zur Herstellung des Erdspießes sägen wir ein Stück von 44 cm von einem Alu-Winkelprofil (L-Profil) ab. Es soll ein wenig kürzer als der Tele Pocket Pole sein  und so später vor Verletzungen schützen. Die Spitze des Spießes stellen wir durch 2 schräge Schnitte her. (s. Bild)


  • Funkamateure sind reiselustig. Sie reisen auf Expeditionen in die interessantesten aber auch unwirtlichsten Regionen der Erde; "Baumlosigkeit" könnte zum Problem werden, denn "baumlos" sind die eurasischen Steppen vom Burgenland über die ungarische Puszta bis zur östlichen Mongolei, die Pampa Süd- und die Great Plains Nordamarikas und das australische Outback. Das trifft erst recht für die  Extremgebiete der Erde zu: dem trocken heißen Wüstengürtel der Nordhalbkugel (Westsahara bis Gobi), der Arktis und Antarktis und der subpolaren Tundrenzone. 

Hohlkehlleiste,
passt gut in das 90° Winkelprofil. Innen aus Hartschaum, der gut die Druckkräfte aufnehmen kann.
 

Zum Zusammenführen von rundem Teleskopmast und rechtwinkligem Aluspieß und zur Druckentlastung verwenden wir zwei 15 cm lange Stücke Primolister Hohlkehlleiste 27 x 27 mm oder besser 21 x 21 mm (Baumarkt) 

Das untere Hohlkehlenteil wird aus Stabilitätsgründen in den oberen Teil des Aluspießes eingeklebt. Besser nicht so, wie hier im Bild, ganz abschließend mit dem Profilende, sondern um 2,5 cm versetzt  nach innen, um ein besseres Einschieben des Telemastes zum Transport zu ermöglichen.(Ja, "learning by doing", hi)

Zusammengescho-ben für den Transport sieht das Ganze  dann so aus. Vor dem Aufstellen des Mastes muss die Schlauchschelle angezogen werden. Also immer den Schraubendreher mit im Gepäck haben!

Nachdem der Antennenträger geklärt ist, kommen wir zur eigentlichen Antenne. Sie soll einfach, leicht/ portabel  und effektiv sein. Hier bietet sich die bereits vorgestellte  "No Tune Endfed Half Wave-Antenne"- mit Anpassnetzwerk und endgespeisten Halbwellendipolen aus "leichter" Litze an.


qrp guy No Tune Endfed Half Wave Antenna -Kit oder fertig aufgebaut (Ebay)

 

Auch von diesen fernen Reisezielen aus möchten sie funken. Gemeint sind hier nicht die durchorganisierten, kostenaufwändigen, bestens ausgestatteten DX-peditionen, sondern die funkenden Hiker, die „Rucksacktouristen“, die mit wenig Gepäck ferne Reiseziele erkunden. Ihre Funkausrüstung muss leicht und auf das Notwendigste reduziert sein. Wohl keiner von ihnen wird auf die Idee kommen, einen 10m TeleTower-Telekopmast mitzuschleppen. Die Option ist hier mein Tele Pocket Pole! Mit 4 Metern Ausziehlänge genügt er zusammen mit der von mir gewählten Antenne den Erfordernissen für erfolgreichen QRP-Betrieb (5W-20W) voll und ganz! Mit einer Transportlänge von nur 45 cm und nur 396 Gramm Gewicht ist er ultra portabel, immer dabei und sofort bereit. Der robuste Erdspieß gewährleistet einen stabilen „freihändigen“ Stand des 4 Meter hohen Mini-Teleskopmastes. Der dient der Aufhängung bzw. der „Durchfädelung“ des jeweils auf das gewünschte Band abgestimmten endgespeisten Halbwellendipols aus dünner Schaltlitze). 


Meine Antennenkonfiguration nenne ich ABH's No tree far and wide - antenna  (ABH's Kein Baum weit und breit - Antenne), da die grundlegende Idee hier war, eine ultra portable Antenne für Standorte ohne Antennen- befestigungsmöglichkeit bereit zu stellen.

Der 4 m Tele Pocket Pole und der „No Tune Antenna“-Bausatz  sind online sehr günstig zu erwerben. Beide, ergänzt durch den Erdspieß, liefern eine brauchbare Antenne, die mir schon viel Spaß bereitet hat.

Eine 30 Minuten-Morsetaste

Diese kleine Micro Switch-Morsetaste besteht aus wenigen, vielleicht in der Bastelkiste vorhandenen, Teilen. Sie lässt sich in einer knappen halben Stunde zusammenlöten. Sie ist klein, handlich und gut für den Portabelbetrieb zu gebrauchen. Um ein Verrutschen der kleinen Taste beim Morsen zu verhindern, empfiehlt es sich, auf der Unterseite Material eines zurecht geschnittenen Nano Pads oder sog. Anti Rutsch Pads anzubringen.

The All-on-one clipboard QRP Station

Hin und wieder stösst man im Netz auf geniale Ideen, die portable Funkstation noch portabler zu gestalten: Diese hier kommt ursprünglich von Richard G3CWI at SOTAbeams. Seine Idee: die (fast) gesamte Qrp-Station auf eine handliche DIN A4 große Platte zu montieren, wodurch der Funkbetrieb im Gelände wesentlich bequemer wird. Hier sind die meisten Komponenten betriebsbereit beisammen und auch für das Log ist ausreichend Platz.


Es gibt gute Gründe für den Einsatz dieses „Clipboard Arrangements“ beim Betrieb einer portablen QRP Station im Freien, sei es zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Boot, und auch beim Betrieb einer solchen Station aus dem Auto heraus: Fast die komplette Station findet ihren Platz auf der handlichen DIN A4 großen Unterlage. Alles ist in seiner Position durch die Gummibänder fixiert und am richtigen Ort und betriebsbereit miteinander verbunden: Nur noch die Antenne aufhängen, anschließen und loslegen! Das nervige Zusammensuchen der Komponenten aus dem Rucksack entfällt. Dem Notizblock nebst Bleistift gleich neben der Morsetaste/ dem Paddle ist großzügig Platz eingeräumt. Dieses Arrangement kommt dem CWisten zugegen: Es erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen Aufnehmen/ Mitschreiben und Morsen, die Taste bleibt dabei rutschfest und die Notizen sicher an ihrem Ort; nichts fliegt weg. In Amerika und Australien ist die Betriebsart „QRP Pedestrian Mobile“ mit der Antenne auf dem Rücken sehr beliebt. Auch hierfür könnte ich mir das „All-on-one- QRP clipboard“, mit einem entsprechenden Umhängegurt ausgestattet, gut vorstellen. 

Jedoch mag sich jeder Nachbauer seinen Einsatzzweck selbst bestimmen! 



Zum Aufbau
 Beispiel: (tr)uSDX TCVR, original nach DL2MAN und PE1NNZ, Palm Paddle
Man benötigt an Material: 

  • ca. 2 m Gummikordel (4 x ca. 32 cm, 2 x ca. 25 cm, Durchmesser 2 mm
  • 1 Klemmbrett (clipboard) DinA4 (wasserfester Deckel, Kunststoff!)
  • 1 Bleistift mit aufgesteckter Spiralfeder und Schnur, funktioniert auch mit passendem Aquarienschlauchstück


Werkzeug:

  • Schere
  • Lineal/ Geodreieck,
  • 2 mm Bohrer (an Akkuschrauber)
  • kleine Eisensäge
  • kleine Flachfeile (zum Nacharbeiten der Kerben)
  • vorgefertigte Schablone (enthält alle erforderlichen Maße zur hier verwendeten QRP-Station (tr)uSDX)


Die Kerben werden gemäß der Angaben auf der Schablone mit der Eisensäge durch schräges Einsägen (von außen zum Mittelpunkt der Kerbe) angefertigt und gegebenenfalls vorsichtig mit der kleinen Flachfeile nachgearbeitet.

Die Enden der Gummibänder werden jeweils von unten durch die Bohrungen gefädelt, dann, bei gleicher Länge der beiden Enden, über das zu arretierende Funkteil bis zur Kerbe gelegt und dabei deren Länge ermittelt und dann einmal leicht verknotet. Nach Einhaken in die Kerbe muss das Gummiband mit mittlerem Druck auf das Funkteil wirken. Nur die leichte Verknotung gestattet das Lockern und das korrigierende Verschieben des Knotens. Abschließend den Knoten festziehen. 

Die Modifizierung des Klemmbrettes müsste sich in unter 2 Stunden bewerkstelligen lassen.

Viel Vergnügen beim Nachbau und noch viel mehr beim Einsatz im Outdoor!

73 Wolfgang, DL8ABH






Bastel-Additum
Der Clipboard-Aufbau empfiehlt sich auch für andere QRP-Gerätschaften. Die dürfen nur nicht zu schwer sein und die Klemmbrettplatte überfordern: In Analogie zum Spruch "Nach fest kommt ab" könnte man hier sagen "Nach zu schwer kommt Bruch".  Und natürlich hat die Verwendung eines Klemmbretts die Steigerung von Flexibilität und Bequemlichkeit beim Outdoorfunken zum Ziel , und da kommen üblicherweise leichte, portable Geräte zum Einsatz. 
Hier ein zweites Beispiel mit einem Youkits HB1-A Transceiver, einem Chrome Warrior Jr. Paddle von Vibroplex, Ohrhörer,  Block und Bleistift.