Praxis Outdoorfunken

Hier werde ich nach und nach praktische und erprobte Hilfen vorstellen, die mir das Funken in der freien Natur erleichtern

 
-  Low Cost Antennenschleuder

-  Abspannhilfe für Portabelmasten 

-  QRP-SWR-Abstimmhilfe

-  QRP-Funktisch für den Outdoor Mobilisten

Projekt: Low Cost Antennenschleuder

QRP- und Outdoorfunker kennen das Problem: Wie kriegt man den Draht hoch in den Baum?
Die Bilder zeigen meine einfache Lösung: Ein einfacher "Umbau" einer Zwille. Das ganze kostet um die 20 €. Die geschlossene Angelspule ist mit gelber Angelschnur bewickelt, das Schleuderteil ist ist eine gelbe Bleikugel 20 oder 30 Gramm (alles aus "Anglerbedarf, z.B Ebay) Natürlich ist das Schießen nicht ungefährlich. Eine Schutzbrille sollte immer getragen werden und selbstverständlich ist darauf zu achten, dass weder Menschen noch Tiere durch den Gebrauch dieser Vorrichtung gefährdet werden!!  (auch wenn  Zwillen ohne Armstütze!!
oder Armstützenvorrichtung!! nicht unter das Waffenrecht fallen, jedoch nur diese!)
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Beschreibung hier nur als Information dient und nicht als "Nachbauanleitung" zu verstehen ist. Ich weise ausdrücklich jegliche Verantwortung oder Haftung bei Missbrauch der Antennenschleuder und bei eventuell entstehenden Personen- und Sachschäden von mir.

Alle in der folgenden Beschreibung angegebenen Maße der verwendeten Materialien beziehen sich auf den DX-Wire Mini-Teleskopmast. Bei Verwendung eines anderen Portabelteleskopmastes sind diese zu überprüfen und gegebenenfalls abzuändern.


Abspannhilfe für Portabelmasten


Beim Errichten des Teleskopmastes ist der Outdoorfunker oft auf sich allein gestellt. Es fehlt sprichwörtlich die "dritte Hand", wenn natürliche Mastunterstützungen , wie Baumstümpfe oder Bäumchen, Sträucher, Zäune oder wenigsten ein paar Gesteinsbrocken fehlen, um den Mast während des Aufbaus kurzzeitig ausreichend Unterstützung zu geben und ihn vorm Umfallen zu bewahren: Spätestens beim Auslegen der Abspannleinen und Einschlagen der Heringe kippt der Mast zur Seite.
Hier erweist sich die von mir erdachte, einfach herzustellende Masthalterung als sehr hilfreich! Mit ein paar Schlägen mit dem Gummihammer wird dieser "Dreifachanker" in den Boden versenkt und gibt dem untersten Rohr des noch nicht ausgezogenen, möglichst senkrecht gestellten Teleskops  ausreichend Halt für das anschließende Ausziehen auf volle Länge. Doch zuvor sollte man nicht vergessen, den Abspannring mit den drei Abspannleinen über das innerste, schmalste Teleskoprohr zu stülpen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, das obere, letzte Element eines Teleskopmastes mit einem Rundstück, z. B. einem kreisrunden Kunststoff- oder Gummistück zu versehen (aufstecken, evtl. kleben), damit es auch in stehender Lage greifbar ein Stückchen aus den zusammengeschobenen Teleskopteilen herausragt und man so bequem ein Element nach dem anderen rausziehen kann. Zudem rate ich auch, ganz generell das erste oder sogar beide oberen dünnen Teleskopröhrchen zu entfernen, da sie kaum tragfähig sind, aber dieses hängt selbstverständlich von Einsatzzweck des Portabelmastes ab.
Mein "Mast Guying Kit" besteht aus 2 Teilen, dem Dreifach-Bodenanker und dem Abspannring mit Schnüren. Die Materialien sind einfach zu beschaffen und preiswert.
Das erste Bild gibt eine Übersicht über die Materialien und Werkzeuge für den Bodenanker (1). Das zweite Bild zeigt den Abspannring mit 3 Abspannseilen und zugehörigen Seilspannern (2). Die Herstellungszeit beträgt eine halbe bis ganze Stunde.


1. Zu  den Bildern des Bodenankers

Die drei Kunststoffheringe werden mit je einer weiteren Bohrung (ca. 2-3 mm Durchmesser) im Abstand von 5 cm zur bereits Vorhandenen versehen, die wir ebenso aufbohren. Dann benötigen wir zwei Stück verzinkten Eisendrahtes von je 30 cm Länge, ca. 1-2 mm stark,  auf die wir die drei Heringe gleichmäßig  (120 Grad) kreisrund "auffädeln". Dazwischen kommen zum Schutz des Teleskoprohres jeweils 3 Stücke ca. 5 mm starken  Kunstoffschlauches  aus dem Baumarkt/ Aquarienbedarf (a' 5 cm bzw. a' 6 cm Länge): Dazu werden die Heringe um das Standrohr des Telemastes platziert, die Drähte behutsam gespannt, dann sorgfältig  mit einer Zange verzwirbelt und abgelängt. Der Dreifach-Bodenanker sollte sich nun mit einigem Spiel ohne Schwierigkeit auf und ab bewegen lassen, ohne das Teleskoprohr zu beschädigen.

2. Zu den Bildern des Abspannringes mit Seilen


Als Abspannring verwende ich ein Teil aus dem Sanitärhandel, einen "Stabilisator für Armaturen auf Edelstahlspülen" oder auch "Kunststoff- Spülenverstärkung". Es kostet rund 3,50€. Dazu kommt ein vierfach Abspannseil-Set mit Kunststoffspannern mit ca. 4 m Länge pro Seil (Ebay, 6,50€).
 Die Bohrung des Stabilisatorringes passt exakt auf das vierte Rohr des Mastes und liegt somit auf dem dritten Mastteil auf, was eine gute Abspannhöhe ergibt. 
 Drei der Seile werden durch die 3 zuvor angebrachten Bohrungen auf der Stabilisatorplatte/ Abspannring gefädelt und verknotet.- Fertig!

Da steht er nun! 

QRP-SWR -Abstimmhilfe

Qrp-Betrieb im "Outback" kann das Leben deiner Endstufe gefährden. Ständig wechselnde Gegebenheiten im Gelände erfordern entsprechende Anpassungen der Funkanlage, was besonders die Antennen betrifft: Sind Bäume oder andere Befestigungspunkte da für einen Dipol, muss ein Mast für eine "UP and Outer" hochgezogen werden, oder setze ich eine "Stand alone"- Antenne wie meine MP1 portabel ein. Immer kommt vor dem Qso der Antennenabgleich. Und der kann bei erheblicher  Fehlanpassung ganz schön schnell zum Abbrennen der Endstufentransistoren führen.
Abhilfe schafft der Einsatz eines kleinen, schnell aufzubauenden SWR- Indikators.  

Die Schaltung dazu beruht auf dem Prinzip der Widerstandsmessbrücke (s. Zeichnung) und bietet einen sehr guten Schutz der Endstufe vor den Folgen einer Fehlanpassung, da schlimmstenfalls -auch bei Kurzschluss am Antenneneingang oder Fehlen einer Antenne- das Stehwellenverhältnis 1:1,5 bis 1:2 betragen kann. 

Er besteht aus einer Hand voll Bauteilen , die sich auf einer kleinen Platine oder aber auch einfach im "ugly style" miteinander verbinden lassen. Ich habe die Teile in einem "fliegenden Aufbau" um den Schalter als zentrales Bauelement herum aufgebaut und in einer kleinen Verdrahtungsbox aus dem Elektrikbedarf untergebracht. Diese Kunststoffbox eignet sich auch für den Einbau anderer kleinerer Schaltungen, sie ist (nahezu) wasserdicht, leicht zu bearbeiten und für 99 Cent  im Baumarkt "spottbillig" zu haben.
Da es sich beim QRP um Leistungen um 5 Watt handelt, wird als Indikator eine LED verwendet, die über einen Amidon FT-37-43 mit 20 + 5 Windungen die Spannungsverhältnisse zwischen den beiden Messzweigen der Brücke durch Aufleuchten indiziert: am Grad des Aufleuchtens lässt sich der Grad der Antennenanpassung recht gut abschätzen. 
 Mit dem zweipoligem Umschalter wird die SWR- Indikatorbrücke für den Sendebetrieb überbrückt. Vergisst man das Umschalten wird die Sendeleistung zum größten Teil in den Widerständen "verbraten", dies jedoch ohne den TX oder die Messbrücke zu beschädigen. Diese Schaltung ist in der QRP- Literatur gut beschrieben und in Selbstbaukreisen ziemlich verbreitet; sie findet u. a. in vorliegender oder abgewandelter Form in QRP-Tunern wie z.B. in Z-matches ihre Verwendung.

Literaturhinweis/ verwendete Quellen:
K.-O. Oberst: SWV-LED-Indikator als Abstimmhilfe für HFP-1 & Co., QRP-Report 1/2015
QRPproject(Berlin): Baumappe "Das Z-M2 Antennenanpassgerät"

QRP-Funktisch

Hier im Deister, einem Höhenzug rund 30 km südwestlich von Hannover, lässt es sich vortrefflich wandern, spazieren gehen und Rad fahren. Reich bewaldet und durch Wanderwege gut erschlossen, bietet dieser nördlichste Zipfel des Niedersächsischen Berglandes dem Waldbesucher eine Fülle von interessanten und geschichtsträchtigen Ausflugszielen und Naturphänomenen. Für den Funkamateur dürfte aber besonders die Tatsache von Bedeutung sein, dass es es sich von "hier oben" gut funken lässt:
 Immerhin erhebt sich der Deister bis auf über 400m über das sich nördlich und östlich anschließende Calenberger Land, einem Teil der sich bis zur Nord- und Ostsee ausbreitenden Norddeutschen Tiefebene, in der als einziger "Berg" nur noch der gerade einmal 169 m hohe Wilseder Berg in der Lüneburger Heide zu finden ist. An klaren Tagen hat man freie Sicht bis zum Horizont und der Funker findet hier den optimalen Standort, um mit seinem QRP-Signal kräftig in die Tiefebene einzufallen. Rastbänke zum bequemen Sitzen findet man einige,  doch fehlt meist der Tisch zum  Platzieren der Funkanlage. Alles auf die Bank gestellt, empfand ich immer als sehr unpraktisch. Und so kam mir die Idee, mit einfachen Mitteln ein mobiles Tischgebilde für den Wander-QRP-Einsatz - klein, leicht, zerlegbar- zu basteln. Statt der Standfüße nur einen Erdspieß, ein kurzes, auf die gewünschte Länge ausziehbares Teleskopstück mit kleiner anschraubbarer (Tisch-) Platte.
Nun war ich zunächst als "Erfinder" ziemlich stolz, doch bei der Suche nach Material musste ich feststellen: So etwas gibt's schon! Ein Tracking-Ausstatter hat so ein Erdspießtischchen in seinem Angebot. Nicht allzu teuer, aber wohl auch nicht so gut. Aber eben leicht, zerleg- und transportierbar für den Wanderer. 
Ich nahm mal wieder das, was so in meinem Fundus herumlag:  eine Foto-Teleskopstange, eigentlich zu lang (max. Länge um 1m wäre voll ausreichend) und ein Plastikklemmbrett.  Am wichtigsten scheint mit das möglichst kurze Packmaß des Teleskops (50 cm oder kürzer) zu sein. Aber Selfie-Stangen sind vermutlich zu wackelig. Das Klemmbrett als Tischplatte ist ausreichend groß und stabil, um ein (leichtes) QRP-Gerät, die Taste, evtl. auch einen Tuner und Schreibblock zu tragen, der Akku und Sonstiges kommen auf die Bank. Am Teleskop unten muss ein Erdnagel angebracht werden. Da muss man sehen, was und wie es geht. (Ich habe einen abgesägten und angespitzten Alu-Zelthering in die Plastikendmuffe unten am Teleskop eingeschlagen. So, nun die entsprechenden Bilder: