Amateurfunk DIY- Projekte aus jüngerer Zeit:

-  DIY Handtaste- 
- DIY halbautomatische Morsetasten
-  DIY Bauprojekt: Schlackertaste selbst gebaut (ausführliches Manual)
- Low Cost Antennenschleuder
- Monsterloop - Mag. Loop 100W

Morsetastenbau - Meine erste DIY Handtaste:


"THE WOODEN KEY"

home made wooden morse key

Der Bau einer selbst entworfenen und mit einfachen Werkzeugen am Schreibtisch hergestellten Morsetaste "hat etwas": Das Werkeln trainiert die handwerklichen Fähigkeiten und fördert die Krativität. 
Was ich bis dato nicht wußte: Die Bemaßung einer Morsetaste unterliegt den Gesetzmäßigkeiten des "Goldenen Schnittes" und die Dimensionierung aller Teile einer  Morsetaste mit optimalen ästhetischen, mechanischen und der menschlichen Anatomie optimal angepassten Eigenschaften ist eine wahre Kunst.

DIY Halbautomatische Morsetasten

Two different replica of a vibroplex bug model

Aller Anfang ist schwer! Der Weg hierher war nicht einfach für mich: Zunächst muss man sich mit der Funktionsweise solcher Tasten, dem Zusammenspiel aller Einzelteile auseinandersetzen. Dann muss man sich über die zum Nachbau notwendigen Arbeitsschritte und somit über die an den Nachbauer gestellten handwerklichen Fähigkeiten im Klaren werden. Und schließlich sind die geeigneten Materialien und die benötigten Werkzeuge zu beschaffen, wobei zu den im Bastelkeller bereits vorhandenen einfachen Bearbeitungswerkzeugen die Anschaffung eines halbwegs tauglichen Bohrständers für die existierende Bohrmaschine als größter Finanzposten zu Buche schlug. Nicht zu vergessen: Die besten Tipps und Hilfestellungen bei der Metallbearbeitung, wie beispielsweise das zentrierte Bohren in die Stehbolzen oder planes rechtwinkliges Schleifen kamen von Youtubern im Internet. Mit viel Fleiß und Sorgfalt enstanden die hier gezeigten
handgefertigten Morsetasten. Die "frühen" Schöpfungen offenbaren noch meine drei bis dahin ungelösten Hauptprobleme beim Aufbau der Tasten:
1. Wie bekomme ich eine formschöne aber zugleich feste Verbindung der Schwingfeder an den Schwingarm hin?
2. Woher oder wie bekomme ich eine funktionierende Dot-Feder?
3. Wie oder woher bekomme ich die Silberkontakte?
ad 1.
Anfangsversuche, das verwendetete Sägeblattteil zu lochen, um es vernieten zu können, scheiterten. Selbst das Bohren mittels hochwertiger Titanbohrer war unmöglich: Nach einem Loch waren auch diese hin, stumpf!
Die Lösung mit Aluminium Quetschhülsen (aus dem Campingbereich) funktionierte, sah aber sehr klobig und unschön nach DIY-Bastelei aus (s. meine frühen Vibroplex Clone).
Dass man Sägeblätter, also Federstahl, nach entsprechender Vorbehandlung weich- und hartlöten kann, darauf kam ich erst durch Anregungen aus Internetforen.
ad 2. und 3.
Das Ergebnis nach meiner langen Internetsuche offenbarte: Es gibt nirgendwo auf dem Weltmarkt so etwas Ähnliches, das man als guten Ersatz für die in den  Schwingtasten verwendete Punktfeder verwenden könnte. Außer, man kauft diese als Ersatzteil direkt bei Vibroplex, oder man hat das Glück, diese auf dem Gebrauchtmarkt zu entdecken!
Also ist der Eigenbau dran! Lange überlegte ich, woher man ein geeignetes Stück Federstahl in passender Stärke her bekommen könnte. Ein Einfall war dabei, das entsprechende Blättchen einer Fühlerlehre zu entnehmen. Aber irgendwie hatte ich diesen Einfall wieder verworfen. Vor kurzem fand ich in dem unbedingt lesenswerten Bericht über eine Tastenreparatur "THE MYSTERY BUG" von

John Dicker, VE3CSJ SKCC 17103 and Gary Johnson, NA6O SKCC 833 genau meine ursprüngliche Idee wieder. Offenbar wird irgendwo auf der Erde jede Idee mehrmals geboren! Und dann fiel mir gleich noch eine weitere Materialquelle ein, die unbemerkt in meinen Keller lagerte: ein Satz billiger Spachteln aus dünnem Federstahl.  Beide Quellen eignen sich 100% für eine kostengünstige Produktion der begehrten Dot-Feder. Mit einer einfachen Blechschere aus dem Werkbereich lassen sich (viele) Federn problemlos ausschneiden und um einen dünnen Stab (2-3 mm, Schweißdraht oder Ähnliches) gebogen in die gewünschte Form bringen. Mit Silberlot, Flußmittel und Gasbrenner wird eine "Perle" als Silberkontakt aufgeschmolzen, oder, wenn man zum Perfektionismus neigt, ein entsprechend kurzes Stück 925er /935er Silberdraht mit ca. 3- 4mm Durchmesser (mögl. Bezugsquelle Ebay: Kunsthandwerk) auf ein Federende als Kontakt aufgelötet. Mit ein paar Vorübungen gelingt das Hartlöten immer besser.
 


  

very nice hand crafted semi-automatic bug clone
my second replica of a vibroplex bug


Simplizität und Eleganz:

semi-automatic morse keys

handcrafted by DL8ABH
-unverkäuflich
-Nachbau willkommen!

DL8ABH' S Logo for his handmade DIY semi-automatic morse keys
single lever bub handmade by dl8abh
handmade double lever morse key from dl8abh "homebrew"

Double Lever Key


Amateurfunk DIY-Projekt: Schlackertaste selbst gebaut

Autor: Wolfgang Palme, DL8ABH

1. die Idee

Der Markt bietet dem heute CW-aktiven Funkamateur ein ständig wachsendes Angebot an elektronisch unterstützten Morsegerätschaften, wie EL-Bugs mit und ohne Sensortasten, Keyerelektronik mit und ohne Speicher oder "Papageifunktion", vollautomatische Kontest-Keyboards usw. ....... Wer folglich der Meinung ist,  für die über Jahrzehnte bewährten  traditionellen Gebevorrichtungen, wie Handtaste oder die semi-, und vollautomatischen  mechanischen Tasten wäre kein Platz mehr im Shack, der irrt gewaltig!
Alte Tasten finden, wie z.B. Ebay zeigt, gerade jetzt wieder zunehmend ihre Käufer, und das für zum Teil recht stattliche Summen. Und das Angebot an neuen konventionellen Hubtasten und (Vibroplex-) Bugs sowohl  der noch verbliebenenen Traditionsmarken, wie auch vieler neu gegründeter Marken, ist auf jeden Fall üppig.

Einige unter uns finden jedoch einen besonderen Reiz im Selbstbau von Afu-Gerätschaften: Sei es das selbst aufgebaute Transceiver-Kit, das vollständig als "homebrew" konstruierte Antennenanpassgerät,  die selbst geschneiderte Antenne usw.
 Ich denke dabei an den Wahlspruch des verdienten OM Peter Zenker, DL2FI (SK):   "Der Amateurfunk wird wieder wahr, wenn Amateurfunk wird, wie er war." und der damit die Wiederentdeckung des Selbstbaus im Amateurfunk proklamierte.
Warum sollte man da nicht den Selbstbau einer funktionierenden und einsatztauglichen Morsetaste in Angriff nehmen?

2. grundsätzliche Vorüberlegungen
Wozu der Tastenbau?
- Spaß am kreativen Schaffen, Freude am Endprodukt
- Meistern von "kniffligen" Aufgabenstellungen (Konstruktion, Funktion und Design)
- Schaffung einer funktionsfähigen Morsetaste
-sinnvoller Verbrauch von "Rentnerfreizeit"

3. Was beabsichtigt dieser Artikel?
Die folgenden Zeilen sollen die Planungs- und Arbeitsschritte beim  Bau einer  semi-automatischen Morsetaste mit Gebrauchswert im Shack dokumentieren. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine alle Aspekte beinhaltende "Bauanleitung", wie man es beispielsweise von einer Architekten-Bauzeichnung  erwarten würde. Ich dokumentiere hier mein von mir gewähltes Vorgehen beim Aufbau einer solchen Taste. Die Ausführungen sollen Demjenigen Hilfen und Unterstützung  bei der Planung und Realisierung dieses oder eines ähnlichen Tastenselbstbauprojektes geben, der deren bedarf. In vielen Fällen werden ihm dann Lösungsmöglichkeiten  bezüglich Materialwahl, Design- und Konstruktionsfragen  aufgezeigt und langwieriges, lästiges Grübeln bleibt ihm erspart. Aber auch dem kritischen Selbstbauer bieten sich viele Ansatzpunkte für eine intensivere Auseinandersetzung.

4. Eliminierung unnötiger Hindernisse
- das "Rad soll nicht neu erfunden werden", d.h. alterprobte Konstruktionsmerkmale werden übernommen. Dazu suche man ein entsprechend geeignetes Tastenmodell als Vorbild. Es wird aber kein "Clone" geschaffen, da dies eine Kopie 1:1 des Modells bedeuten würde!  Der Mangel an der Verfügbarkeit identischer Ausgangsmaterialien allein würde dies schon fast unmöglich machen, bedingt einmal durch die oft zu findenden, hierzulande unüblichen amerikanischen und englischen  Zollmaße,  mit für Europa weitgehend unüblichen Blechstärken,  Gewindeformen, zum anderen bedingt durch die bereits seit langer Zeit ausgesetzte Produktion von Spezialteilen (z.B. die verzierten Rändelschrauben und Muttern, die Dot-Schwingfeder mit Silberkontakt und die Schwinghebelfeder, um nur einiges aufzuzählen).
- unsere halb-automatische Morsetaste soll von jedem Interessierten mit festem Willen, das Projekt "durchzuziehen",  baubar sein!
-der finanzielle Aufwand soll dabei möglichst niedrig gehalten werden. ( reiner Materialwert ca. 30€+-?) 
Das setzt jedoch das Vorhandensein einer "Bastelecke"(s. Foto, DL8ABH) mit stabilem (Werk-) Tisch mit ausreichender Beleuchtung und eine Grundausstattung an haushaltsüblichen Werkzeugen voraus. ...

Low Cost Antennenschleuder

QRP- und Outdoorfunker kennen das Problem: Wie kriegt man den Draht hoch in den Baum?
Die Bilder zeigen meine einfache Lösung: Ein einfacher "Umbau" einer Zwille. Das ganze kostet um die 20 €. Die geschlossene Angelspule ist mit gelber Angelschnur bewickelt, das Schleuderteil ist ist eine gelbe Bleikugel 20 oder 30 Gramm (alles aus "Anglerbedarf, z.B Ebay) Natürlich ist das Schießen nicht ungefährlich. Eine Schutzbrille sollte immer getragen werden und selbstverständlich ist darauf zu achten, dass weder Menschen noch Tiere durch den Gebrauch dieser Vorrichtung gefährdet werden!!  (auch wenn  Zwillen ohne Armstütze!!
oder Armstützenvorrichtung!! nicht unter das Waffenrecht fallen, jedoch nur diese!)
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Beschreibung hier nur als Information dient und nicht als "Nachbauanleitung" zu verstehen ist. Ich weise ausdrücklich jegliche Verantwortung oder Haftung bei Missbrauch der Antennenschleuder und bei eventuell entstehenden Personen- und Sachschäden von mir.

Monsterloop

Alurohr, 35 mm Stärke, Ring ca 93 cm
Annecke Kondensator, spannungsfest bis 100 Watt.
efektiver Betrieb für 20m, 15m, 10m Frequenzerweiterung mit 200pf für 40m, 100pf für 30m (paralleles Anklemmen)
Koppelschleife kann verformt und in alle Richtungen verdreht werden und ergibt so optimale Impedanzanpassung.

Nach Berechnung durch das Mag. Loop Programm von DG0KW beträgt der Wirkungsgrad dieser Antenne immerhin fast 44% bei 20m Bandbetrieb; er nimmt mit sinkender Frequenz schnell stark ab und mit steigender Betriebsfrequenz umgekehrt schnell stark zu.